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Kickoff des DFG-Netzwerks ‚Paragesellschaften‘

Formen paralleler Sozialität wie Migrantenquartiere, gated communities, religiöse Sondergemeinschaften und Kommunen sind ein Phänomen der Moderne und häufen sich mit der zunehmenden gesellschaftlichen Singularlisierung. Der Diskurs um sie ist häufig affektiv aufgeladen, sei es, dass sie als Motor zur positiven Weiterentwicklung der Gesellschaft wahrgenommen werden und somit als gelebte Utopien verstanden werden, sei es, dass sie als Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt und die kulturelle Einheit wahrgenommen werden.

Das interdisziplinär konzipierte Netzwerk, das von der DFG vom 10.1.2018 bis 9.1.2021 gefördert wird, führt kultur-, literatur- und medienwissenschaftliche Forscher_innen und theoretische Ansätze aus Germanistik, Anglistik, Amerikanistik, Romanistik, Medienwissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte zusammen zu einer kulturvergleichenden Analyse solcher ‚Paragesellschaften‘ in den Gegenwartsliteraturen und -filmen.

Um eine theoretische Grundlage für die Fundierung des Konzept ‚Paragesellschaft‘ zu schaffen, wurden beim Netzwerktreffen in Trier unterschiedliche Konzepte disktuiert und für das Vorhaben fruchtbar gemacht: Rechtfertigungsnarrative, die Gesellschaft der Singularitäten, das soziale Imaginäre und seine Konstruktionen, Globalisierung. Flankiert wurden diese Diskussionen von zwei Gastvorträgen von Dr. Marc Hill (Universität Innsbruck) und Prof. Dr. Alexander K. Nagel (Universität Göttingen), die das Thema aus soziologischer und religionswissenschaftlicher Perspektive mit ihren Vorträgen Parallelgesellschaft postmigrantisch und Parallelgesellschaft, Mobilitätsfalle, etnische Kolonie. Sprachbilder der Migrationsforschung in wissenssoziologischer Perspektive vertieft haben.